Freiwillige besuchen Organisationen

Als Ergebnis eines gemeinsamen Teamwochenendes der FreiwilligenAgentur Dortmund, bildete sich die Arbeitgruppe "Freiwillige besuchen Organisationen". Ute Lüttich und Ines Adlung, beide Freiwillige unserer Agentur, besuchen interessante Dortmunder Organsationen und interviewen deren Mitarbeiter.
Anbei finden Sie die selbstgeschriebenen Organisationsportraits unser Freiwilligen. Viel Spaß bei der Lektüre!



Drei Ehrenamtliche für die Russlandhilfe gesucht

Seit 1996 unterstützt Frau Herta in der Heggen die Caritas, die neben vielen anderen Hilfsprojekten in St. Petersburg/Russland auch Obdachlose versorgt. Ein Arzt erzählte ihr von der großen Not dieser Menschen und da sie bereits in der Kana-Suppenküche half, hatte sie die Idee, auch in Russland zu helfen. Aber wie?

Ihre Idee war es, in der evangelischen Kirche Do-Brackel und der katholischen St. Clemens Gemeinde Oster-, Weihnachts- und Erntedankbasare auszurichten, um möglichst viel Geld zu sammeln, damit Hilfsgüter nach Russland geschickt werden konnten. Für die Weihnachtsbasare überraschte sie die Besucher jedes Jahr mit ausgefallenen Adventskränzen, backte Plätzchen, stellte Liköre oder köstliche Marmeladen her. Für die Osterbasare färbte sie Eier mit bunten Naturfarben liebevoll ein und bastelte viele Dekorationen für ein schönes Fest. Für diese Ausstellungen bildete u.a. das alte Fachwerkhaus „Haus Beckhoff“ im Ortskern von Do-Brackel einen wunderschönen Rahmen. Auf Tischen aufgebaut, mit Blumenschmuck verziert, wurden die vielen handgefertigten Dinge zusammen mit Schmuck und dem edlen Lomonosovporzellan aus St. Petersburg zum Verkauf angeboten. Die Materialien, die sie für die Herstellung ihrer Adventskränze, Eier u.v.m. benötigte, versuchte Frau in der Heggen mit großem Einsatz möglichst kostengünstig zu erstehen oder durch Sachspenden von Firmen zu bekommen.

Durch ihr jahrelanges ehrenamtliches Engagement hat sie ein großes Netzwerk an freiwilligen Helfern aufgebaut. Gemeindemitglieder halfen bei den Basaren, viele Menschen unterstützten aktiv die Hilfstransporte, eine Partnerschaft mit der Gemeinde Plettenberg und einem Ehepaar in Meerbusch unterstützen Frau in der Heggen in der Hilfe für die Obdachlosen. Auch ein Obdachloser aus Dortmund war bei einem Hilfstransport dabei. Er fuhr den LKW.

Viele Jahre wurden so Transporte nach Russland organisiert. Zu den dringend benötigten Dingen gehörten u.a. warme Kleidung, Decken, Schuhe aber auch Vitamin-C-Tabletten, da die Obdachlosen kaum Obst oder Gemüse zu essen haben. Auch Seife und Schokolade gehörten zu den Dingen, die nach Russland geschickt wurden, um den Menschen wenigstens an ihrem Geburtstag eine kleine Freude bereiten zu können.

Die Caritas gibt inzwischen täglich an 300 Obdachlosen ein warmes Essen aus und bei Bedarf werden Kleidung und Schuhe verteilt.

Das große Engagement und die Hilfe für Menschen in Not hat Frau in der Heggen in all den Jahren viel Freude bereitet. Ihr war es stets ein besonderes Anliegen den Obdachlosen in ihrem Elend einen Hoffnungsschimmer geben zu können. Sie sagt selbst, dass sie aber nicht nur gegeben, sondern durch ihr Engagement auch viel erhalten hat: „Mit wenig erreicht man viel.“ Sie bedauert sehr, dass sie aus gesundheitlichen Gründen diese Hilfe, insbesondere das vorbereiten und ausrichten der jährlichen Basare nicht mehr leisten kann. Sie wünscht sich nun ein bis drei ehrenamtliche Helfer, die ihr Projekt mit eigenen Ideen weiterführen. Der bestehende Fundus und vorhandene Kontakte können übernommen werden. Sie unterstützt die Aktionen auch gerne weiterhin.

Die ehrenamtlichen Helfer könnten sich folgende Aufgabengebiete teilen, wobei der Kreativität und dem Ideenreichtum natürlich keine Grenzen gesetzt sind:
1.Organisation der Basare: Ankündigungen durch Plakate, Pressearbeit, Leitung, Internetpräsenz
2.Kreativer Teil: Ausführung sämtlicher Bastelarbeiten, Dekorationen, kostengünstige Beschaffung von Materialien
3.Hauswirtschaftlicher Teil: Kochen von Marmeladen, Plätzchen backen, Liköre herstellen






KOmmunikation- und BERatungsstelle für Prostituierte Sozialdienst Katholische Frauen e.V. (SkF e.V.)
Bericht von Ines Adlung und Ute Lüttich, Freiwillige der FreiwilligenAgentur Dortmund


Die Arbeit der Beratungsstelle KOBER steht in der Tradition der Gründungsidee des Verbandes. 1899 begann Agnes Neuhaus in Dortmund mit der Hilfe für Frauen, die gesellschaftlich an den Rand gedrängt waren.

Die KOmmunikations- und BERatungsstelle Kober (ehemals Café KOBER) ist 1986 aus dem – von Prof. Dr. F.W. Stallberg an der Universität Dortmund gegründeten -Projekt "Sozialarbeit im Prostitutionsbereich" entstanden. Seit 1987 ist KOBER ein Projekt des Fachbereichs des Sozialdienstes katholischer Frauen Dortmund.

Die Beratungsstelle befindet sich heute in den Räumen in der Nordstraße 50 in Dortmund. Im Hinterhaus wurde wieder ein Cafe eröffnet.

Mit der Verlagerung des "Straßenstrichs" aus der Nordstadt an die Ravensburger Straße im Jahr 2000 entwickelte sich ein Arbeitsschwerpunkt von KOBER im Bereich der Straßenprostitution. Die aufsuchende Straßensozialarbeit wurde immer wichtiger. Im Frühjahr 2001 wurde schließlich ein Beratungscontainer an der Ravensburger Straße eröffnet, der eine weitere wichtige Anlaufstelle für Frauen, die auf dem "Straßenstrich" tätig sind, darstellt.

Inhalt der Arbeit von KOBER ist, neben dem psycho-sozialen und sozialarbeiterischen Angebot der Beratungsstelle in der Nordstadt, vor allem die aufsuchende Straßensozialarbeit ("Streetwork"). Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle treffen Prostituierte auf dem "Straßenstrich" und nach wie vor auch im Sperrgebiet.

Ziel der Arbeit an jedem Einsatzort ist, Frauen, die der Prostitution nachgehen, dabei zu unterstützen ihre materielle und persönliche Situation zu stabilisieren und zu verbessern.

Fünf hauptamtliche Mitarbeiterinnen sind für KOBER tätig, als Sozialarbeiterin, Psychologin und Dolmetscherin in primär beratender Funktion. Vier freiwillige Mitarbeiterinnen (Arzt, Rechtsanwältin, Begleitung im Straßendienst, Mitarbeiterinnen im Containerdienst) unterstützen die Hauptamtlichen seit längerer Zeit bei ihrer täglichen Arbeit.

Für die Begleitung der Streetworker werden Freiwillige benötigt, die in den Abendstunden im Straßendienst tätig sind. Für den Dienst im Container, in dem der Verkauf im Vordergrund steht (Lebensmittel, Süßwaren, Präventionsmittel usw.) ist ebenfalls Bedarf an freiwilligen Mitarbeiterinnen.

In allen Einsatzbereichen erfolgt für die freiwilligen Mitarbeiterinnen einen Anleitung durch die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen. Also, Probeabende im Straßendienst und gemeinsame Containerarbeit.

Jedes Jahr wird ein Seminar für Freiwillige und Praktikanten angeboten, in dem einerseits von der Geschichte der Prostitution berichtet wird. Andererseits aber auch hinterfragt werden soll, was macht meine freiwillige Mitarbeit in diesem schwierigen Bereich mit mir?

Psychohygiene ist also zu Kompensation und Verarbeitung von Stresssituationen gegeben. Die Teilnahme der freiwilligen Mitarbeiterinnen an regelmäßigen Teamsitzungen ist selbstverständlich erwünscht.

Bisher haben freiwillige Mitarbeiterinnen bei KOBER ihren Dienst nur beendet, wenn z.B. das Studium abgeschlossen war oder wie zuletzt aus der freiwilligen Mitarbeit eine Festanstellung bei KOBER folgte.

Die Mitarbeiterinnen von KOBER sind durch Flyer- und Öffentlichkeitsarbeit auf die FreiwilligenAgentur Dortmund aufmerksam geworden und sind seit 2006 in unserer Datenbank.

      Elke Rehpöhler (Leitung),
Kirsten Cordes, Sabine Reeh,
Claudia Attig-Grabosch und Christina Stodt vom Team der KOBER.

Foto: Maren Wandersleben




Shanti-Leprahilfe Dortmund e.V.
Bericht von Ute Lüttich und Ines Adlung


Der Verein wurde von Marianne Grosspietsch und ihren Freunden 1992 in Dortmund gegründet. Zeitgleich entstand in Nepal, in der Stadt Kathmandu, ein Partnerverein.

Ziel des Shanti-Projektes war damals und ist es auch heute noch, an Lepra erkrankten, als auch armen und notleidenden Menschen in Nepal zu helfen.

Die Shanti-Leprahilfe in Dortmund sammelt Spenden und verkauft in Nepal hergestellte Produkte (Tücher, Schmuck, Decken, Holzspielzeug usw.) in einem Ladenlokal an der Hohen Straße 19 und auf Basaren bzw. Märkten.

Von dem Erlös wurden bisher zwei Armenambulanzen, eine Klinik mit anliegender Schwerbehinderten-Kinderklinik, ein Waisenhaus und ein Hospiz in Nepal eingerichtet.

Viele Schützlinge dieses Projektes leben in selbstgebauten Häusern und haben auch die Möglichkeit in den Shanti-Werkstätten eine Arbeit zu finden. Während der Arbeitszeit werden ihre Kinder pädagogisch betreut und können eine Ausbildung an einer anerkannten Schule machen.

Als Hauptansprechpartnerin fungiert in Dortmund Dori Grosspietsch. Dori Grosspietsch ist mit Leib und Seele vor Ort im Ladenlokal in Dortmund, als auch in Nepal tätig. Dabei versucht sie ihre positive Energie und Lebensfreude auf die Menschen in ihrer Umgebung zu übertragen und erzeugt eine entspannte Atmosphäre.

Für den Verein in Dortmund sind drei Hauptamtliche und 25 ehrenamtliche Mitarbeiter tätig. Die ehrenamtliche Mitarbeit beinhaltet die Mithilfe beim Oster- und Weihnachtsmarkt, bei Basaren und Flohmärkten. Hierfür müssen reichlich Kisten bestückt und die Waren verkauft werden.

Außerdem sucht der Verein engagierte Mitarbeiter für den Verkauf, der in Nepal liebevoll hergestellten Waren, in ihrem Ladenlokal. Dabei ist gleichzeitig in einem großen, gespendeten Bücherfundus stöbern, lesen und verhandeln auf Kundenseite erwünscht. Im Laden trifft man sich also und redet über alles Geschäftliche und Private. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ehrenamtliche Mitarbeiter über viele Jahre bei der Shanti-Leprahilfe tätig sind. Ausscheidungsgründe waren bisher gesundheitliche Probleme oder geänderte persönliche Zeitplanung.

Bisher hat die Shanti-Leprahilfe ehrenamtliche MitarbeiterInnen über Mund-zu-Mund- Propaganda gefunden. Nun ist der Verein auch in der Datenbank der Freiwilligen AgenturDortmund eingetragen und hofft auf weitere Freiwillige.

Kontakt:
Shanti-Leprahilfe Dortmund e.V.
Hohe Straße 19
44139 Dortmund
T.: 1657091
drindle@gmx.de


      Dori Grosspietsch-Rindle von Shanti-Leprahilfe Dortmund e.V.
und Ines Adlung von der FreiwilligenAgentur Dortmund gemeinsam im Shanti-Laden
an der Hohen Straße.

Bild: Ute Lüttich